Brauerei «Zum Schweizerbund» / «Zum Hirschen»

Auszug aus dem Buch „Schaffhauser Beiträge zur Geschichte“

Anfang 1836 wandte sich der Landwirt Josef Schmid mit dem Begehren an die Obrigkeit, ihm die Errichtung einer kleinen Bierbrauerei zu gestatten, in welcher einer seiner sechs Söhne, ein gelernter Brauer, seinem Broterwerb nachgehen könne. Da von seiten der Gemeinde Ramsen keine Einwände gegen dieses Projekt erhoben wurden, erteilten die zuständigen Instanzen schliesslich, mit der bekannten Zurückhaltung, ihre Zustimmung.

In der Folge wechselten Besitzer und Benutzer dieses Kleinbetriebes anfänglich recht oft: Bis 1844 braute Josef Schmid selber, 1845/46 dessen Witwe, 1847 Konrad Neidhart, 1851 Jakob Schmid, Bäcker, 1852/53 der aus Gottmadingen zugezogene Roman Hug und 1854 bis 1860 schliesslich Josef Gnädinger, Gemeindeschreiber.

Brauerei Hirschen vor dem Umbau

Im Jahre 1861 ging die Liegenschaft dann an Tierarzt Konrad Neidhart über, der die nicht mehr benötigte Brauereieinrichtung wenig später entfernen liess. Aber schon 1868, als der Bierbrauer Zeno Neidhart in den Besitz des Hauses gelangte, lebte der frühere Betrieb wieder auf. Neidharts Witwe veräusserte 1871 Wirtschaft und Brauerei an Konrad Schmid aus dem «Hofenacker», der den bisherigen Hausnamen «Schweizerbund» – in Anlehnung an seine einstige Arbeitsstätte in Gailingen – nunmehr in «Hirschen» abänderte. Der rührige Geschäftsmann, er betätigte sich auch als Wirt, Schnapsbrenner und Landesprodukte-Händler, braute bis 1902, worauf sein Sohn, Emil Schmid, gelernter Bierbrauer wie der Vater, das Geschäft übernahm und die Brauerei, mit einem angeblichen Ausstoss von rund 2000 Litern pro Woche, noch bis 1916 weiterführte. Infolge Rohstoffmangels musste diese letzte Privatbrauerei im Kanton Schaffhausen schliesslich ihre Produktion ebenfalls einstellen.